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Eine Ärztin und einen Patientin im Gespräch.
Je früher eine Krankheit erkannt wird, desto besser kann sie behandelt werden.
Je früher eine Krankheit erkannt wird, desto besser kann sie behandelt werden.
iStock.com/andrei_r

Vorsorgeuntersuchungen: TÜV für den Körper

31.03.2025 um 11:21, Simone Reitmeier
3 min read
Auto zum Service? Klar! Aber auch der Körper braucht regelmäßige Checks. Welche Vorsorgeuntersuchungen empfohlen werden – und wann.

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Wer rechtzeitig Vorsorgeuntersuchungen in Anspruch nimmt, hat mehr vom Leben – und oft auch ein längeres. Denn viele Krankheiten verlaufen im Anfangsstadium völlig symptomlos. Doch je früher eine Erkrankung erkannt wird, desto besser lässt sie sich behandeln oder so- gar ganz verhindern.

Jährlicher Check ab 18

Einmal pro Jahr können alle Österreicher ab 18 Jahren einen kostenlosen Gesundheits-Check – die sogenannte Gesundenuntersuchung – in Anspruch nehmen. Das soll dabei helfen, Herz-Kreislauf-, Stoffwechsel-, Krebs-, Sucht-, Zahn- und Alterserkrankungen möglichst früh zu erkennen und entsprechend behandeln zu können. Dazu gehört die Laboranalyse des Blutes, wodurch Stoffwechselwerte (Blutzucker und Blutfette), Nierenfunktion, Leberwerte, Knochenstoffwechselwerte sowie das Blutbild überprüft werden. Ein Harntest gibt Aufschluss über die Nierenfunktion und Entzündungs- werte. Anhand eines Hämoccult-Tests (Stuhlgang) lässt sich eine mögliche Dickdarmkrebserkrankung erkennen. Außerdem werden im Rahmen einer allgemeinen körperlichen Untersuchung auch Lungen- und Herzfunktion, Blutdruck und Body-Mass-Index unter die Lupe genommen.

Luft nach oben

Im Jahr 2023 haben insgesamt 1.319.229 Menschen (Quelle: Statistik Austria) einen Gesundheits-Check durchführen lassen. Das sind nur 17,5 Prozent der anspruchsberechtigten Österreicher. Generell nutzen Frauen diese Gelegenheit öfter als Männer. Obwohl die Zahl seit Jahren steigt, gibt es definitiv noch Aufholbedarf. Die kostenlose Gesundenuntersuchung kann bei jedem Arzt mit Vorsorgeuntersuchungsvertrag (u.a. Hausärzte) sowie in ausgewählten Gesundheitszentren in Anspruch genommen werden.

Impfstatus prüfen

Zur Vorsorge zählt im weiteren Sinne auch die Überprüfung des Impfstatus. Ist beispielsweise der FSME-Schutz gegen Zeckenbisse noch aufrecht? Aufschluss kann eine Antikörperbestimmung beim Hausarzt bringen. Eine Impfung gegen Influenza, Covid-19 und Lungenentzündung wird insbesondere Menschen über 60 Jahren empfohlen. Genaue Informationen findet man im aktuellen „Impfplan Österreich 2024/2025“.

Überblick: Vorsorge nach Alter

Ab 20: PAP-Abstrich

Die Österreichische Krebshilfe empfiehlt Frauen ab 20 Jahren, einmal jährlich im Rahmen der gynäkologischen Untersuchung einen Krebsabstrich (PAP) zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs durchführen zu lassen. Für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 9 bis 30 Jahren ist die HPV-Impfung kostenlos. Wichtig: Sie sollte vor dem ersten Geschlechtsverkehr verabreicht werden.

Ab 35: Hautscreening

Dermatologen empfehlen Personen ab 35 Jahren, alle ein bis zwei Jahre ein Hautscreening durchführen zu lassen. In vielen Fällen ist Hautkrebs mit bloßem Auge sichtbar – Fachärzte arbeiten zusätzlich mit einem Auflichtmikroskop. Gefährdet sind insbesondere Menschen mit heller Haut, heller Augenfarbe, rötlichen Haaren und einer Neigung zu Sonnenbrand sowie all jene mit vielen (und ungewöhnlichen) Muttermalen.

Hautscreening
Hautärzte arbeiten mit einem Auflichtmikroskop, um Muttermale genau zu untersuchen.

Ab 40: Augenuntersuchung

Neben Zähnen und Haut sollten auch die Augen einem regelmäßigen Check unterzogen werden. Ab dem40. Lebensjahr empfehlen Experten eine jährliche Kontrolle, um Glaukom (Grüner Star), Formen der Netzhautdegeneration (Makuladegeneration) sowie diabetische Retinopathie frühzeitig behandeln zu können.

Ab 45: Mammografie

Alle zwei Jahre wird Frauen ab dem 45. Lebensjahr empfohlen, eine kostenlose Mammographie – eine Röntgenuntersuchung der Brust – durch- führen zu lassen. Am Brustkrebs-Früherkennungsprogramm können Frauen bereits ab 40 Jahren teilnehmen. Je früher Brustkrebs erkannt wird, desto besser sind die Behandlungschancen.

Mammografie
Eine jährliche Mammografie wird Frauen ab 45 Jahren empfohlen.

Ab 50: Darmspiegelung

Darmkrebs zählt neben Brust- und Prostatakrebs zu den häufigsten Tumorerkrankungen – ab dem 50. Lebensjahr steigt das Risiko beträchtlich an. Mithilfe einer Koloskopie (Darmspiegelung) können Unregelmäßigkeiten und Auffälligkeiten der Darmschleimhaut sehr gut beurteilt werden. Da sich ein Tumor im Darm meist nur langsam entwickelt, wird der Check alle zehn Jahre empfohlen und kostenlos im Rahmen des Gesundheitschecks angeboten.

Jedes Alter: Mundhygiene

Ein- bis zweimal im Jahr sollten sowohl Kinder als auch Erwachsene beim Zahnarzt eine professionelle Mundhygiene durchführen lassen. Das schützt die Zähne vor Karies (Zahnfäule) und Parodontitis (Zahnbettentzündung) – damit die Beißerchen möglichst lange erhalten bleiben.

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