Arbeitskleidung inklusive
Das Unternehmertum wurde den beiden Zwillingsbrüdern Peter und Paul Gerhofer bereits in die Wiege gelegt. Im Textil-Großhandelsunternehmen der Eltern sammelten sie Erfahrungen in der Handelswelt, bevor sie den Sprung in die Selbstständigkeit wagten. Vor mehr als zehn Jahren haben sie die PPG GmbH mit Sitz in Enns gegründet – ein Großhandelsunternehmen für Arbeitsbekleidung und Werbeartikel. Geschäftsführer Peter Gerhofer erzählt im Interview, warum man so breit aufgestellt ist und wohin sich das Unternehmen entwickelt.
CHEFINFO: Wie entstand 2014 die PPG GmbH?
Peter Gerhofer: Ich habe früher bei meinen Eltern im Textil-Großhandel gearbeitet. Sie haben große Kunden wie Metro und Interspar beliefert, haben aber auch eigene Modekollektionen herausgebracht. Mit der Mode konnte ich mich damals nicht so anfreunden, aber das Handelsgeschäft begeisterte mich umso mehr und mein Bruder Paul und ich gründeten die PPG GmbH. Dieser Fokus auf Werbeartikel und Arbeitsbekleidung entstand eigentlich durch einen Zufall. Unsere Schwestern Judith Sallrigler und Stefanie Schauer arbeiteten damals in einem größeren Unternehmen, das rasch T-Shirts gebraucht hat. Darum haben wir uns angenommen und dieser Bereich unseres Unternehmens hat sich seither gut entwickelt.
Ihr seid sehr breit aufgestellt – welche Unternehmensbereiche sind besonders erfolgreich?
Gerhofer: Wir vertreiben viele maßgefertigte Werbeartikel. So statten wir beispielsweise nicht nur die Lagermitarbeiter von namhaften Supermarktketten mit ihrer Arbeitskleidung aus, sondern lieferten auch Werbeartikel in Zusammenhang mit dem neuen Pfandsystem. Jetzt beginnt außerdem wieder die Marathonzeit. Wenn da ein Unternehmen eine Laufveranstaltung macht oder die Mitarbeiter bei der Teilnahme unterstützt, benötigt es T-Shirts, Medaillen oder Sackerl für ihre Goodies. In Summe ist das ein wichtiges Geschäft für uns. Und dann haben wir noch unseren Großhandel. Beispielsweise lieferten wir da unlängst Hunderte Paletten an Kunststoffteilen an eines der größten Möbelhäuser Europas. Aber vor allem das Arbeitskleidungssegment wird für uns immer wichtiger. Als großen Vorteil betrachten wir da die Längerfristigkeit. Denn große Unternehmen bestellen hier jedes Jahr ihre Mitarbeiterbekleidung nach und wenn man gewissenhaft arbeitet, kann man von einer langen Partnerschaft ausgehen. Unser Ziel wäre es, dass wir die Hälfte unseres Umsatzes durch langfristige Rahmenverträge erwirtschaften, damit wir gut aufgestellt sind. Aber mir fällt auch auf, dass die kurzfristigen Anfragen auch steigen.

Besteht die Gefahr, in eine Abhängigkeit zu schlittern, wenn man große Kunden hat?
Gerhofer: Ich habe beim Geschäft meiner Eltern erlebt, dass da ein Risiko besteht. Sie haben große Unternehmen im Modebereich beliefert und wenn da eines ausfällt, wird es plötzlich kritisch. Oder aktuell: Wenn KTM Dein wichtigster Kunde war, muss die Insolvenz ein Schock gewesen sein. Ich habe für mich festgestellt: Nein, ich möchte das anders machen. Deshalb haben wir eine extreme Streuung bei den Kunden und Segmenten. Noch ein Beispiel aus der eigenen Unternehmenshistorie: Vor Corona haben wir zahlreiche „Red Bull“-Veranstaltungen in 20 Ländern beliefert. Dann konnten die Events nicht mehr stattfinden und dieser Kunde fiel aus. Das tat uns weh, aber ich kann so etwas leichter mit einer unserer anderen Sparten, wie der Arbeitskleidung, ausgleichen.
Wie sieht die Wachstumsstrategie aus?
Gerhofer: Wir werben eigentlich aktiv keine Kunden an, sondern diese treten meist an uns heran. Das freut uns natürlich und zeigt, dass wir weiterempfohlen werden. Und auch auf diesem Weg haben wir eigentlich mehr als genug Arbeit. Wir sind ein überschaubares fünfköpfiges Team und könnten bei derzeitiger Auslastung mehr einstellen. Letztes Jahr war auch ein gutes für uns, aber man muss vorsichtig im Wachstum sein. Daher wollen wir step by step und gesund wachsen und unser Unternehmen nicht von heute auf morgen aufblasen.
Was ist der USP der PPG GmbH?
Gerhofer: Einer unserer Vorteile sind sicherlich die Schnelligkeit und die Flexibilität. Große Aufträge vergeben wir nach Osteuropa, Portugal oder auch Fernost. Aber wir haben auch ein Lager in Enns, auf das wir zurückgreifen können, wenn rasch etwas benötigt wird. Und auch kleinere Druckarbeiten erledigen wir im Haus, wenn beispielsweise nach einem Großauftrag noch eine kleinere Nachbestellung von einem Artikel hereinkommt. Darüber hinaus kümmern wir uns auch um Lagerhaltung und Logistik. Viele Unternehmen wollen sich heute auf ihre Kernkompetenzen konzentrieren und haben auch nicht die nötigen Mitarbeiter für zentrale Lager und Logistik. Wir sind zum Beispiel Lieferant von Turmöl. Wenn da eine Tankstelle etwas braucht, kann das innerhalb eines Tages ausgeliefert werden. Diese Schnelligkeit verlangen die Unternehmen und wir können das.