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Erwin Lanc, 2015
SPÖ-Minister Lanc ist im Alter von 94 Jahren verstorben.
SPÖ-Minister Lanc ist im Alter von 94 Jahren verstorben.
HANS PUNZ / APA / picturedesk.com

Traurige Nachricht: Ex-SPÖ-Minister verstorben

31.03.2025 um 14:59, Stefanie Hermann
2 min read
Vom Verkehrs- über das Innen- bis ins Außenministerium: Lanc prägte die Politik der SPÖ über Jahrzehnte hinweg – leise, aber nachhaltig.

Die österreichische Politik hat einen ihrer stillen Giganten verloren: Erwin Lanc ist tot. Der frühere Innen- und Außenminister starb im Alter von 93 Jahren, still und ohne Aufsehen – ganz so, wie er auch viele Jahrzehnte lang gewirkt hat. Für viele war er das gewissenhafte Rückgrat der Sozialdemokratie: ein Mann der leisen Töne, aber klaren Prinzipien.

Anfang bei der SPÖ

Lanc wurde am 17. Mai 1930 in Wien geboren und war schon früh in der Sozialistischen Jugend aktiv. Nach einem Jusstudium begann er 1955 zunächst im Innenministerium, bevor er 1966 als Abgeordneter in den Nationalrat einzog. Von 1973 bis 1977 war er unter Kanzler Bruno Kreisky als Verkehrsminister, bevor er zum Innenminister (1977 bis 1983) aufstieg – eine Rolle, in der er mit ruhiger Hand für Sicherheit und Ordnung sorgte. Als enger Vertrauter von Kanzler Fred Sinowatz rückte er von 1983 bis 1984 zum Außenminister auf.

Vom Minister aufgestiegen

Nach seinem Ausscheiden aus der Politik 1984 zog sich Lanc keineswegs zurück. Der sportbegeisterte Wiener wurde Präsident der FIFA-Ethikkommission, war jahrelang Vizepräsident der Arbeitsgemeinschaft für Sport und Körperkultur in Österreich (ASKÖ) und langjähriger Präsident des Österreichischen Handball- und Faustballbundes.

Leben nach der Politik

Nach dem Ausscheiden aus der Bundesregierung und seinem damit verbundenen Rückzug aus der Tagespolitik engagierte sich Lanc u.a. auch als Präsident des International Institute for Peace besonders für den internationalen Frieden, Menschenrechte und Entwicklungsländer. Er kämpfte für Anstand im Fußball und engagierte sich als Vorsitzender der Österreichisch-Israelischen Gesellschaft. Auch als Präsident der Liga für Menschenrechte blieb er aktiv.

Trauer und Reaktionen

„Erwin Lanc war ein großer Sozialdemokrat, der unsere Bewegung und unser Land nachhaltig geprägt hat“, so SPÖ-Bundesparteivorsitzender, Vizekanzler Andreas Babler, der hervorhob, dass „Erwin Lanc die erfolgreiche aktive Neutralitätspolitik Bruno Kreiskys fortsetzte und damit einen großen Beitrag zum Ansehen Österreichs in der Welt geleistet hat“. SPÖ-Bundesgeschäftsführer Klaus Seltenheim betonte, dass Lanc mit seinem jahrzehntelangen Engagement wesentlich zu den Erfolgen der Sozialdemokratie beigetragen hat.

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