Nach 42 Jahren: Ski-Weltcup-Ort sagt adieu
Als erste Weltcup-Abfahrt der Saison am letzten November-Wochenende (Herren) bzw. am ersten Dezember-Wochenende (Frauen) hatte Lake Louise seit Jahrzehnten einen traditionellen Fixplatz im Kalender des alpinen Ski-Weltcups. In der kommenden Saison 2022/23 wird die kanadische Abfahrt aber zum letzten Mal Schauplatz von Weltcup-Events sein. Das berichtete die Tiroler Tageszeitung.
Familiäre Atmosphäre
Grund dafür dürfte sein, dass sich der Aufwand und die Sperrungen im Nationalpark in der kanadischen Provinz Alberta ganz einfach finanziell nicht mehr rechnen. Denn die Strecke liegt mittem im zentral-kanadischen Nirgendwo: Alle Beteiligten waren im selben Hotel untergebracht, eine nennenswerte Zahl von Zuschauern verirrte sich so gut wie nie an die Strecke.
Die familiäre Atmosphäre - man könnte auch sagen: Der Charakter von Klub-Rennen – und die nicht gerade aufregende Strecke verhinderte, dass die Rennen den Fans in Europa jemals wirklich ans Herz gewachsen wären. Hinzu kam der Kalenderplatz, der mit dem Ende der Fußball-Herbstsaison und der Entscheidung in der Formel 1 konkurriert. Die Menschen sind da einfach noch nicht in Winter-Stimmung.
Guter Boden für Österreicher
1980 war der Weltcup zum ersten Mal in Lake Louise zu Gast, seit 1993 stand das Resort jedes Jahr auf dem Programm der Frauen, seit 1999 auch auf jenem der Herren. Den rot-weiß-roten Skifahrern war Lake Louise auch zumeist sehr wohlgesonnen: Alleine Renate Götschl gewann hier fünfmal, Hermann Maier viermal, Stephan Eberharter dreimal – und zuletzt trug sich auch Matthias Mayer zweimal in die Siegerliste ein.
Kanada soll erhalten bleiben
Erwartet wird, dass der Weltcup zwar Lake Louise verlässt, Kanada aber treu bleibt: Es gibt zahlreiche andere Skigebiete, für die Weltcup-Rennen interessant sein könnten. Etwa die nicht allzu weit entfernte Abfahrt von Nakiska, wo 1988 die olympischen Alpin-Bewerbe stattfanden, oder auch das eine Autostunde näher an Calgary gelegene Banff. Auch das Panorama Ski Resort (wo heuer die Junioren-WM stattfand) und die Traditionsstrecken in Whistler Mountain haben Weltcup-Format.