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Val Kilmer wurde 2014 mit Kehlkopfkrebs diagnostiziert, einer seiner letzten öffentlichen Auftritte 2013.
Val Kilmer ist im Alter von 65 Jahren an einer Lungenentzündung verstorben.
Val Kilmer ist im Alter von 65 Jahren an einer Lungenentzündung verstorben.
PHIL McCARTEN / REUTERS / picturedesk.com

Top-Gun- und Batman-Star: Val Kilmer (65) verstorben

02.04.2025 um 07:49, Anna Kirschbaum
3 min read
„Top Gun“- und „Batman Forever“-Star Val Kilmer ist im Alter von 65 Jahren verstorben. Seine letzten Lebensjahre waren von schwerer Krankheit geprägt.

Hollywood hat eine prägende Schauspielgröße verloren: Val Kilmer ist am Dienstag, dem 1. April 2025, im Alter von 65 Jahren in Los Angeles verstorben. Wie seine Tochter Mercedes Kilmer gegenüber der New York Times bestätigt, war die Todesursache eine Lungenentzündung. Kilmer hatte 2014 die Diagnose Kehlkopfkrebs erhalten, galt später aber als krebsfrei. Durch eine Tracheotomie (Beatmung über einen Einschnitt in der Luftröhre) blieb sein Gesundheitszustand dauerhaft beeinträchtigt. Seit dem Eingriff konnte Kilmer nur mehr mittels elektrischem Sprachgerät kommunizieren.

Frühe Bühnenleidenschaft

Val Edward Kilmer wurde am 31. Dezember 1959 in Los Angeles geboren. Schon früh zeigt sich seine künstlerische Begabung: Mit 17 Jahren wird er als einer der jüngsten Schüler überhaupt an die renommierte Juilliard School in New York aufgenommen. Dort schreibt und inszeniert er unter anderem das Bühnenstück „How It All Began”, basierend auf der Autobiografie des westdeutschen Stadtguerilleros Michael Baumann.

Ein familiärer Schicksalsschlag prägt seine Jugend: 1977 ertrinkt sein jüngerer Bruder Wesley. Seine Erinnerungen daran verarbeitet Kilmer Jahrzehnte später unter anderem im Film „The Salton Sea (2002)”.

„Top Secret!” bis Batman: Aufstieg zum Star

Kilmers Kinokarriere beginnt 1984 mit der Hauptrolle in der Agentenfilmparodie „Top Secret!”. Es folgen Rollen in „Real Genius” (1985), bevor ihm an der Seite von Tom Cruise mit „Top Gun” 1986 endgültig der Durchbruch gelingt.

1991 überzeugt Kilmer mit seiner Darstellung des Doors-Sängers Jim Morrison im Biopic „The Doors”. Kilmer hat die Songs für das Oliver-Stone-Machwerk selbst eingesungen. Vielfach von Kritikern gelobt wird er aber vor allem für seine intensive Performance.

1995 steht Kilmer als ikonischer Superheld in „Batman Forever” vor der Kamera. Obwohl der Film an den Kinokassen floppt, gibt es auch positive Kritiken. Nicht genug für Kilmer und die Macher: Für den nächsten Teil der Reihe kehrt der Kalifornier nicht zurück.

Vielschichtiger Schauspieler, exzentrischer Ruf

Kilmer setzte als wandlungsfähiger Darsteller ebenso als Hauptdarsteller wie als Ensemble-Mitglied Akzente. Er spielte etwa den Revolverhelden Doc Holliday in „Tombstone” (1993), einen Bankräuber in „Heat” (1995) oder den Maler Willem de Kooning in „Pollock” (2000). Weitere Rollen hatte er in „The Saint”, „Alexander”, „The Island of Dr. Moreau” und „Kiss Kiss Bang Bang”. „Er lässt alles wie improvisiert wirken", sagt etwa Regisseur David Mamet über die Zusammenarbeit und das schauspielerische Können Kilmers.

Abseits der Leinwand galt Kilmer als charismatisch, aber auch schwierig. Er selbst sagte dazu 2003: „Ich glaube, ich bin herausfordernd, nicht fordernd – und das tut mir nicht leid.“ Mehrfach geriet er mit Regisseuren und Kollegen aneinander.

Schwere Erkrankung

Nach gesundheitlichen Rückschlägen, 2014 wird bei Kilmer Kehlkopfkrebs diagnostiziert, zieht sich der Kalifornier teilweise aus dem Filmgeschäft zurück. In der 2021 von seinen Kindern produzierten Dokumentation „Val” zeigt er offen den Umgang mit seiner Erkrankung. Bei Kritikern findet der Film für seine Ehrlichkeit und Emotionalität großen Anklang.

2022 zeigt sich Kilmer noch ein letztes Mal auf der großen Leinwand. In „Top Gun: Maverick” feiert er auf Wunsch von Tom Cruise eine emotionale Rückkehr als „Iceman”.

Seine gesundheitlichen Probleme infolge des Kehlkopfkrebses und der Tracheotomie haben Kilmer seit Jahren beeinträchtigt – unter anderem musste er über ein elektrisches Sprachgerät kommunizieren und wurde per Magensonde ernährt. Am 1. April 2025 ist Val Kilmer in Los Angeles an den Folgen einer Lungenentzündung verstorben.

Trauer um den Schauspieler

Kilmer hinterlässt zwei Kinder – Mercedes und Jack –, die er mit seiner Ex-Frau, der Schauspielerin Joanne Whalley, hatte. Die Ehe bestand von 1988 bis 1996. Kilmer lebte zuletzt auf einer Ranch bei Santa Fe in New Mexico und widmete sich dort unter anderem dem Schreiben und der Malerei.

Sein letzter Social-Media-Beitrag datiert vom 22. März 2025 und zeigte eines seiner selbstgemalten Bilder. Nur wenige Wochen zuvor hatte er ein Video mit Künstler David Choe geteilt, in dem er humorvoll eine Batman-Maske aufsetzte – eine späte Hommage an eine der prägendsten Rollen seines Lebens.

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