Massen-Kündigung: 1.900 Möbel-Mitarbeiter vor Entlassung
Die neuen Eigentümer werden mit der angeschlagenen Möbelkette Kika/Leiner einen harten Sanierungskurs fahren. Mehr als die Hälfte der Filialen wird geschlossen. Von den Einsparungen sind rund 1.900 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen betroffen.
"Retten, was zu retten ist"
Hermann Wieser, seines Zeichens neuer Eigentümer, meldete sich in einer Aussendung zu Wort: "Wir sind angetreten, um Kika/Leiner zu retten. Und wir retten jetzt, was zu retten ist." Demnach sollen auch die Zentralabteilungen und die Verwaltung "erheblich" verkleinert werden. "Um das Unternehmen wirtschaftlich überlebensfähig und vor allem langfristig wettbewerbsfähig zu machen, sind tiefgreifende Einschnitte und ein schneller, konsequenter Cut notwendig", so Wieser.
Millionenverlust
Wieser habe die Möbelkette mit einem operativen Verlust von mehr als 150 Millionen Euro übernommen. Nur um die laufenden Kosten zu decken, würde der Liquiditätsbedarf bei circa acht bis zehn Millionen Euro pro Monat liegen. "Bedauerlicherweise sind die Hauptleidtragenden die Mitarbeiter, die am wenigsten dafür können", erklärt der neue Kika/Leiner-Eigentümer. Gemeinsam mit den Betriebsräten wurde für die von den Kündigungen betroffenen Mitarbeiter ein Maßnahmenpaket beschlossen.
In diesen Filialen geht Ende Juli das Licht aus:
- Leiner-Standorte: Judenburg, Wels, Linz, Steyr, Amstetten, Vöcklabruck, Villach und Wien-Nord (Leiner)
- Kika-Standorte: Lienz, Mistelbach, Liezen, Ried, Feldbach, Leoben, Saalfelden, Horn, Unterwart, St. Johann, Wörgl, Stockerau, Imst, Eisenstadt und Wien-Ottakring
Kritik an Benkos SIGNA
Die Ankündigung des Sparkurs kommt nur eine Woche nach dem Verkauf der Möbelhauskette durch die SIGNA-Holding von Rene Benko. Scharfe Kritik an der SIGNA kommt von Seiten der Gewerkschaft: "Dass Benkos SIGNA-Holding von einem 'sehr guten Investment' spricht, während die Hälfte der Belegschaft um ihre Jobs zittert, ist zynisch und entspricht brutalem Turbokapitalismus. Wieder mal sind die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer Leidtragende von reinem Profitinteresse und schlechten Geschäftsentscheidungen", so Barbara Teiber, Vorsitzende der Gewerkschaft GPA. Den Betroffenen Mitarbeitern wird geraten, "nichts zu unterschreiben, sondern sich beraten zu lassen". "Einvernehmliche Auflösungen des Dienstverhältnisses können oft stark nachteilige Wirkungen für Beschäftigte haben", so Teiber.
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