Wirtschaftsbarometer: So dramatisch ist die Lage
Das aktuelle Wirtschaftsbarometer der WKO Steiermark zeichnet ein alarmierendes Bild. Die Umfragewerte zeigen deutliche Negativwerte sowohl beim Ist-Stand als auch bei den Erwartungen. Ohne rasches politisches Eingreifen würden langfristige Schäden für Unternehmen, Arbeitsplätze und den gesamten Standort drohen. Die Botschaft von Wirtschaftskammer-Präsident Josef Herk ist unmissverständlich: „Österreich wir haben ein Problem!“. Mit Blick auf die Regierungsverhandlungen in Land und Bund fordert die WKO eine Entlastung des Faktors Arbeit und der Unternehmen.
Eiskalte Zahlen
Die Winterumfrage der WKO Steiermark, an der 720 Unternehmen teilnahmen, zeigt deutliche Warnsignale. Der Saldo des aktuellen Wirtschaftsklimas liegt bei rekordverdächtigen -73,6 Prozentpunkten – ein klares Zeichen für die anhaltende Rezession. Fast 77,8 Prozent der Betriebe berichten von einer Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage, während nur 4,2 Prozent von einer Verbesserung sprechen. Der Ausblick für 2025 ist kaum optimistischer: 58,6 % der Befragten erwarten weiterhin eine negative Entwicklung.„Ohne entsprechende politische Maßnahmen ist keine baldige Trendumkehr in Sicht“, mahnt WKO Steiermark Präsident Josef Herk.
Wettbewerbsfähigkeit gefährdet
Die steigenden Arbeits- und Energiekosten machen den Betrieben besonders zu schaffen. 76,3 Prozent der Unternehmen stufen die Arbeitskosten mittlerweile als ihren größten Wettbewerbsnachteil ein. Gleichzeitig geben 36,7 Prozent an, dass auch die Energiekosten ihre Wachstumschancen massiv beeinträchtigen. Hinzu kommen weitere Probleme wie Bürokratie (57,8 %), Nachfrageschwäche (50,8 %) und der anhaltende Fachkräftemangel (47,2 %). „Die Absicherung der Wettbewerbsfähigkeit unseres Standorts muss jetzt oberste politische Priorität haben“, betonen Herk und Dernoscheg, die in diesem Zusammenhang einen „Steuerbonus auf Lohnerhöhungen“ und die Wiedereinführung einer Investitionsprämie fordern.